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Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

Warum kostet Diesel anders als Benzin?

Weniger Energiesteuer, mehr CO₂-Preis, Konkurrenz mit Heizöl: Woher der Preisabstand zwischen Diesel und Super kommt.

Die Energiesteuer: der größte Unterschied

Die Energiesteuer ist ein fester Betrag pro Liter, unabhängig vom Einkaufspreis: 65,45 Cent für Benzin und 47,04 Cent für Diesel. Diese Sätze gelten im Kern seit 2003. Diesel ist damit rund 18 Cent pro Liter niedriger besteuert. Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent kommt auf alles obendrauf und vergrößert den Abstand noch etwas.

Ausgeglichen wird der Steuervorteil an anderer Stelle: Die Kfz-Steuer für Diesel-Pkw ist deutlich höher als für Benziner. Wer wenig fährt, zahlt beim Diesel deshalb unterm Strich oft drauf.

Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 war die Energiesteuer auf beide Kraftstoffe befristet um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Wie viel davon an der Zapfsäule ankam, steht im Ratgeber Preisunterschiede.

Der CO₂-Preis trifft Diesel stärker

Seit 2021 kostet in Deutschland jede Tonne CO₂ aus Benzin, Diesel, Heizöl und Gas einen Aufschlag. 2026 liegt der Preis in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Weil beim Verbrennen eines Liters Diesel mehr CO₂ entsteht als bei einem Liter Benzin, ist der Aufschlag für Diesel höher: Laut ADAC sind es 2026 je Liter etwa 15,7 bis 18,6 Cent bei Benzin und 17,3 bis 20,5 Cent bei Diesel, jeweils mit Mehrwertsteuer.

Für 2027 will die Bundesregierung denselben Korridor beibehalten; das Kabinett hat dazu im August 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen. Der europäische Emissionshandel für Kraftstoffe (ETS 2) soll erst 2028 starten statt wie ursprünglich geplant 2027.

Vor den Steuern ist Diesel oft teurer

Zieht man die Steuern ab, kostet Diesel häufig mehr als Benzin. Ein Grund: Diesel und leichtes Heizöl sind fast dasselbe Produkt und entstehen in der Raffinerie aus demselben Teil des Rohöls. Steigt im Herbst und Winter die Nachfrage nach Heizöl, wird auch Diesel knapper. Dazu kommen Lkw-Verkehr, Landwirtschaft und Industrie, die weltweit viel Diesel brauchen.

Deshalb wechselt, welcher Kraftstoff an der Zapfsäule günstiger ist. Manchmal liegt Diesel deutlich unter Super E10, manchmal fast gleichauf oder sogar darüber. Der Steueranteil macht laut ADAC oft mehr als die Hälfte des Literpreises aus, bei Benzin mehr als bei Diesel.

Was das für dich heißt

Welcher Kraftstoff in den Tank darf, entscheidet dein Motor – nicht der Preis. Bei Benzinern lohnt der Blick auf E10: Er ist meist einige Cent günstiger als E5, mehr dazu im Ratgeber E10 oder E5?.

Unabhängig von der Sorte sparst du am meisten, wenn du vor dem Tanken vergleichst: Auf jeder Stadtseite siehst du alle Tankstellen mit ihren Preisen für Diesel, Super E5 und E10. Und seit der 12-Uhr-Regel ist Sprit meist vormittags am günstigsten – siehe Die beste Tankzeit.

Quellen

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